Festival bericht: Metaldays 2019-Hell Over Paradise


Heiß, Heißer, Metaldays. Die letzten Jahre, in denen wir in Tolmin waren und das Festival mit der traumhaften Natur genießen konnten waren meist gezeichnet durch verschiedenste Wetterkapriolen. Doch dieses Jahr gab es beständig eine Woche mit Temperaturen über 30 Grad und brennender Sonne. Erst am letzten Abend kam endlich der lang erhoffte Regen, welcher aber keine Abkühlung brachte.


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



Jeder Tag startete pünktlich um 8 Uhr morgens durch den Sonnenwecker, da man durch Schwitzen aus dem Schlaf gerissen wurde. Antriebslos und von der Hitze geschafft, ging es mittags immer an den Fluss bzw. die Flüsse Tolminka und Soca, welche die einzige Möglichkeit für Abkühlung boten. Normalerweise hat die Soca eine Temperatur von 10°C, aber dieses Jahr waren es 15°C und man konnte sogar ausgedehnt schwimmen und nicht nur auf seinem aufblasbaren Badetier rumdümpeln. Nach der Erfrischung starteten bereits ab zirka 15 Uhr die Bands. In Anbetracht der Temperaturen, waren die ersten Konzerte teilweise nicht so gut besucht, wie sie es sonst gewesen wären bzw. man versuchte sich im Schatten aufzuhalten. Ab 20 Uhr wurde es dann meistens etwas erträglicher und die Sonne verschwand allmählich hinter den Bergen. Dann hatte man auch mehr Elan, um bei den Bands richtig abzugehen und leckere Melonballs zu trinken.
Soweit eine kurze Einführung. Lest weiter, wie die einzelnen Tage waren.


1.Tag Samstag (20.07.2019)
Was die Hitze angeht, verspricht dieses Festival wirklich so heiß, wie die Hölle zu werden. Bereits am ersten Tag erscheint man deshalb entweder in Enten-Badeshorts oder Kilt (und sonst nichts) und trägt Sombreros und andere Kopfbedeckungen, die einem vor der brennenden Sonne schützen. Zum Opener des Festivals „Doctor Cyclops“ füllt es sich vor der Bühne recht schnell aus allen Richtungen. Die Stoner Rock Band aus Italien heizt einem dann noch mehr ein. Der Sänger erinnert einen vom Aussehen her an eine Mischung von John Lennon und Lemmy. Der Ton ist sehr gut und bleibt auch bei den folgenden Bands für die kleine Bühne ausgezeichnet. Mit ein paar Menschen weniger im Publikum startet „Pyroxene“. Es gibt einen guten Wechsel zwischen tiefem und höheren Gesang, auf Dauer ist es für mich (Marc-Hendrik) jedoch ein wenig monoton. Kraftvoll treten „Inmate“ aus Slowenien auf und warten mit einem Gastsänger auf, welcher gleich zum ersten Pogo des Festivals animiert. „Procreation“ liefern soliden Death Metal und brachten die Gäste des ersten Abends noch mal in die passende Stimmung zum Feiern. Als letzte Band des Tages stand für uns „Convictive“ auf dem Programm, die Post Black Metal Combo aus Duisburg wusste zu überzeugen. Die Sängerin erinnerte in ihrer Bühnenperformance an die Auftritte von Angela Gossow (ehemals Arch Enemy). Nach den ersten fünf Bands endete für uns der erste Festivalabend gegen 22:00 Uhr mit der Erkenntnis, das dies noch anstrengenden Tage werden würden.



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



2. Tag Sonntag (21.07.2019)
Nach einem Ritt auf dem Einhorn beziehungsweise dem Treiben lassen im Reifen auf dem erfrischenden Fluss Soca geht es schnell zur Newcomer Stage, um „Coexistence“ zu sehen. Als Opener passt diese Progressive Death Metal Combo ausgezeichnet. „Hellavista“ aus Österreich waren mit ihrem Groovigem Thrash gut, um in den weiteren Abend zu starten, jedoch für meinen Geschmack (Marc-Hendrik) etwas zu eintönig. Die Slowenen von „Teleport“ liefern als Lokalmatadoren beim Publikum gut ankommenden Death Metal, die Jungs sollte man auf dem Schirm haben. Für uns war der zweite Tag hiermit bereits beendet, man kann schließlich nicht alles gucken, und die kommenden Tage boten noch eine Vielzahl an hochklassigen Bands.

3. Tag Montag (22.07.2019)
Jetzt geht es erst richtig los, denn ab heute rocken die Bands auf 3 Bühnen bis in die Nacht hinein. Von nun an wird es ein stetiges hin- und her- rennen von einem Act zum anderen. Nach unserem täglichen Bad im glasklaren Gebirgsfluss lauschten wir in Badesachen dem Opener des Tages „Distruzione“, welche bei uns und dem Publikum mit ihrem Death/Thrash gut ankamen. Nach dem Umziehen, sahen wir „Siska“, welche ihr erstes Album präsentierten und dabei schon eine sehr gute Figur mit ihren eingängigen Refrains, den melodischen Songs und tanzbaren Grooves machten. Für mich (Franziska) der perfekte Start in den Abend. Bei „Incursed“ wurde Pagan mit Death Metal verbunden und bei dieser Partymischung durfte das kühle Blonde nicht fehlen. Es folgten „Lucifer“, die ich (Franziska) unbedingt sehen wollte. Das Auftreten der Band und die coolen Klamotten scheinen einen um ein paar Jahrzehnte in der Zeit zurück reisen zu lassen. Der coole Rocksound packt einen sofort, auch wenn die Sängerin – laut anderen- ein paar Schwierigkeiten bei den höheren Tönen gehabt haben soll. Mit „Heathenspawn“ geht es dann sehr hart mit australischem Death Metal auf der New Forces Stage für diesen Tag zu Ende. Auf der Second Stage spielten nun „Leeched“ ihren schnellen Hardcore, was nicht ganz unser Ding ist. Es folgten „Alien Weaponry“, die bis dato die beste Stimmung verbreiteten. So ist auch verständlich, dass sie es von der Second Stage im Jahr zuvor nun auf die Große Bühne geschafft haben, die Jungs aus Neuseeland sind zu Recht einer der Senkrechtstarter des letzten Jahres. Wer Doom aus Schweden hören wollte, ging zu „October Tide“. Unserer Meinung nach klang es aber eher wie Melodic Death Metal und erinnerte an Insomnium. Wirklich Doomig wurde es erst bei „Neurosis“. Die älteren Herren aus Amerika kamen abwechslungsreich daher und sorgten für gutes Ambiente am Abend. Da unsere Freunde meinten, wir müssen uns unbedingt Dornenreich anschauen, hörten wir nur etwas über die Hälfte von Neurosis an. Tatsächlich waren „Dornenreich“ dann aber für uns absolut gar nichts. Spannend war jedoch, dass eine Band in Slowenien mit deutschsprachigen Songs scheinbar sehr gut ankam. Nach einem langen Intro betraten „Arch Enemy“ als Headliner des Abends die Bühne. Die Stimmung der sehr agilen Powerfrau Alissa White-Gluz wollte nicht ganz überschwappen, vielleicht lag es auch daran, dass kurzfristig die Autogrammstunde zuvor von Ihnen abgesagt wurde. In die Nacht geschickt wurden wir an diesem Tag von „Necrophobic“ und dem brachialem Sound ihres Death Metal. Die Schweden lieferten gekonnt ab, und standen ihrem Gig vom In Flammen – auf welchem wir sie bereits ein paar Wochen zuvor gesehen hatten – in nichts nach.



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


4. Tag Dienstag (23.07.2019)
Nach der gewohnten Baderoutine startet der Tag mit „Slave Pit“ und rund 100 weiteren Zuschauern, welche von der Band gut unterhalten wurden. Die Bulgaren bauten eine gute Beziehung zwischen sich und Publikum auf. Genauso Publikumsorientiert treten „Reject The Sickness“ aus Belgien mit ihrem Mix aus Melodic Death, Thrash und Metalcore auf. „W.E.B.“ aus Griechenland taten uns in ihrem Ledergewand in der Hitze richtig leid, was sie jedoch nicht an einem starken Gig hinderte. 2020 bringt die Gothic Black Metal Combo ein neues Album heraus. „Islay“ boten ihren Death Metal in gewohnter Art und Weise dar, mal melodisch und dann wieder ordentlich geschrabbel. „The Privateer“ zogen mit ihrem Heavy Folk Metal ein gut gelauntes Publikum vor die Bühne, so erschienen gar einige Piraten mit Aufblasschwerten. Für Marc folgte dann sein persönliches Tageshighlight, „Infected Rain“ aus Moldawien um Frontfrau Lena Scissorhands. Eine hübsche Frau mit einer süßen, pipsigen Stimme, die beim Singen aber ordentlich Krach machen kann. Die Bandkommt sympathisch rüber und verteilt Wasser an die in der prallen Sonne stehenden Fans. Als bei einem Song das Notebook aufgrund der Hitze den Dienst verwehrte (ähnliches hatten wir auf dem Wave Gotik Treffen Leipzig bereits bei Alphamay erlebt), entschuldigte sich die Band sofort und als Wiedergutmachung wurde an/auf der Absperrung zwischen Presse und Fans gesungen. Leider etwas wenig Wiedererkennungswert für uns hatten „Esodic“ aus Jordanien, auch wenn sie mit sehr gutem Gittarenspiel aufwarten konnten. Studierte Musiker haben sich bei „Alkaloid“ zusammen getan um ihren Progressive Metal unter die Menscheit zu bringen. „The Vintage Caravan“ brachten einen zum tanzen mit ihrer Mischung aus Blues Rock und Progressive Rock. Für die Isländer war es in ihrem Leben noch nie so heiß, wie an diesem Tag. Bei Midnight Meditation bauten sie gekonnt das Wort Metaldays mit ein, was zur Erheiterung beitrug. Bei dieser Band bekam man das richtige Festival- und Sommerfeeling. Es war ein bisschen, als wäre man auf dem Woodstock. „Ritam Nereda“ aus Serbien fand Marc mit ihrem Punk- Metal wieder etwas gewöhnungsbedürftig. Nun ging es zu „Finntroll“, bei denen das erste Lied sehr leise abgemischt war (was uns über die Woche hinweg noch einige Male auffallen sollte, das an der Hauptbühne der Ton erst ab ca. dem dritten Lied beurteilt werden sollte). Sie spielten Trollhammaren relativ am Anfang, was eher ungewöhnlich ist, da dieses Lied eher am Ende gespielt wird. Um sich einfach der Musik hinzugeben und in die Nacht zu tanzen eigneten sich „Tribulation“ aus Schweden sowie „In The Woods…“ aus Norwegen hervorragend. Für die Norweger waren wir nach Tribulation extra nochmals aufgestanden - nach einem Stündchen Schlaf. Schließlich wollten wir noch das Akustik- Konzert von „The Vintage Caravan“ an der Beachbar ab 2 Uhr nachts schaffen. Während Marc sich kaum noch auf den Beinen halten konnte, wurde Franziska durch die Stimmung an der Beachbar und den sympathischen und lustigen Jungs von The Vintage Caravan wieder wach und es war eins der bewegendsten Konzerte für sie. Die Jungs sollten unbedingt öfter Akustik spielen (war deren erstes Mal) und selbst als eine Seite der Gitarre riss, wussten sie die Zeit witzig und spontan mit einem ausgedachten „I have hands, you have hands, we all have hands…“ Song zu überbrücken. Kurz nach 3 Uhr lagen wir dann endlich im Zelt. Ein langer Tag ging zu Ende.



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


5. Tag Mittwoch (24.07.2019)
„Athiria“ aus Österreich haben wir nur im Vorbeigehen gesehen, da wir zu „Supreme Carnage“ wollten. Auch sie haben es von der Newcomer Stage gleich auf die große Bühne geschafft und machen sich da gut, Sänger Jorge nutz die Bühne komplett aus. Der Ton war sehr gut, leider waren etwas zu wenige Leute da, was garantiert der Hitze zu verdanken war. Ein guter Opener, um aus der Hitzemüdigkeit mit Death Metal aus Münster erweckt zu werden. „Shade of Hatred“ aus den Niederlanden animieren trotz Hitze zur Wall of Death, welche beim Publikum der Melodic Death Metal Band gut angenommen wurde. Mit „Altair“ geht es weiter, die Italiener spielen eingängigen Power Metal. „Infinitas“ haben mir (Franziska) sehr gut gefallen- auch wegen der Geige und den eingängigen Refrains. „Dead Label“ aus Irland ist Marc wieder etwas zu eintönig. Daher geht es wieder rüber zur Newforces und „Scardust“ hören. Wieder eine Powerfrau, welche die höheren Töne gut beherrscht, aber an den tieferen noch ein wenig feilen muss. Die israelische Band erinnert dabei an eine Mischung zwischen Nightwish und Arch Enemy. Die Sonne verschwindet langsam hinter den Bergen, die Schattenplätze werden größer und so wundert es nicht, dass sich langsam mehr Festivalbesucher zu den Bühnen getrauen. Die finnischen „Kalmah“ sind in Deutschland nicht so häufig zu sehen und deshalb freuen sich einige Besucher, sie endlich mal live zu bewundern und werden nicht enttäuscht. Wer die Gelegenheit hat diese Band Live zu sehen, sollte sie wahrnehmen. Dann geht es zu einem Highlight des Tages für mich (Franziska) - nämlich „Stoned Jesus“ aus Kiew. Das scheine nicht nur ich so zu sehen, denn es ist ziemlich voll geworden vor der Bühne. Das Publikum der Psychodelic/Stoner Rock Band klatscht und tanzt ausgiebig zu den nie enden wollenden Liedern. Ebenfalls eine super Stimmung herrscht bei den Black Metallern von „Rotting Christ“ aus Athen, welche Songs aus ihrem neuen Album mit im Gepäck haben. Fan-nah geben sich „Saturnus“ mit gittarrenlastigem Doom. Der Sänger ist beeindruckt von den Bergen und dem Fluss und würde gerne nochmals auf den Metaldays spielen. Er liefert auch die coolste Ansage des Festivals: „Ich freue mich, dass so viele hier bei uns sind, während Rotting Christ spielen. Dieser Song heißt Christ Goodbye“. „Dream Theater“ machen auf der Bühne mit ihrem genialen Schlagzeug schon was her. Beim ersten Lied ist der Sound noch nicht ganz rund, aber das gibt sich zum Glück schnell und so genießen wir ein abwechslungsreiches Konzert zwischen ruhigeren und schnelleren Songs. Wer sie selbst live sehen möchte, hat bald die Gelegenheit, da sie auf Tour kommen. „Akercocke“ haben wir nur kurz geschaut, da die Londoner mit ihrem Progressive/Satanic Metal für uns um diese Uhrzeit etwas zu anstrengend waren und wir dann doch das Zelt bevorzugten.

6. Tag Donnerstag: (25.07.2019)
Die Hitze fordert ihren Tribut und daher müssen wir die ersten 4 Bands, die wir hören wollten, sausen lassen, da die Abkühlung in der Soca einfach in dem Moment wichtiger war. So beginnt der musikalische Teil des Tages bei uns mit „Hydra“ aus Regensburg, die Symphonic Metaller ähneln Infinitas von Mittwoch. Gleichzeitig spielen auf der Newfoces „Captain Morgan's Revenge“, welche trotz der Hitze Spaß machen und zum Mitsingen anregen. Mit ihrer guten Laune können sie mehr Besucher vor der Bühne versammeln als Hydra auf der großen Bühne, was möglicherweise auch an ihrer slowenischen Herkunft liegen könnte. Bei „Fallen Arise“ gab es beim ersten Lied einen Ausfall des Mikros vom Sänger, was sie aber gekonnt überspielten. Und durch den Duett-Charakter mit einer Frau nicht ganz so schlimm war. Die Dame wirkte eher gothicmäßig und der Sänger eher wie ein richtiger Metaller und somit gibt es einen interessanten Mix aus beiden Stilen. Auch „Arcanus“ kommen mit ihrem Death-Groove Metal gut an und wer es härter mag geht zu „Swarm of Serpents“, welche einem mit ihrem Arizona Gedresche wach halten. „Cliteater“ als Grindcore Band stand für uns nur auf dem Programm, um ein paar Fotos der Grindparty zu machen, da man weiß, dass die Leute mit witzigen Kopfbedeckungen und sonstigen Kostümen auf solche Art von Konzerten gehen. Für mich (Franziska) ist es nichtsdestotrotz wirklich schreckliche Musik, der ich so gar nichts abgewinnen kann, was einige andere Feierwütige scheinbar ganz anders sehen. Dieses Jahr ist es auf den Metaldays ziemlich Death-Metallastig und so geht es auch mit diesem Genre bei „Decapitated“ weiter, die Technical Deather aus Polen haben auch einen 20 Jahre alten Song im Gepäck. Die langen Dreads immer wieder bangend, schicken die Jungs einen brachial in den Abend. Angenehme Stimmung und guten Gesang fand man bei „Skeletal Remains“. Der Anfang von „Soilwork“ hingegen war etwas übersteuert und nicht gut zwischen den einzelnen Instrumenten abgestimmt und so war auch der Gesang zunächst sehr leise. Dies wurde aber ab dem dritten Song deutlich besser und das Zuschauen machte mehr Spaß. Sehr guten Death Metal lieferten wie gewohnt die Schweden von „Hypocrisy“ und bei den Black Metallern von „Gaahls WYRD“ waren bis dato augenscheinlich die meisten Zuhörer auf der Second Stage. Mit einem coolen Bühenaufbau und 10 Musikern starten pünktlich „Demons & Wizards“, welche sowohl bekannte Lieder von Iced Earth als auch von Blind Guardian spielten. Ganz zu meiner (Franziska) Freude. Haben Blind Guardian 2016 auf den Metaldays kein Valhalla gespielt (was mich damals ganz schön genervt hat) so konnte ich den Song diesmal endlich live hören. Nach diesem schönen Konzerterlebnis ging es zu „God Is An Astronaut“, welche musikalisch nicht schlecht waren, uns aber der Gesang fehlte und zu dieser späten Stunde zu einschläfernd waren, demzufolge ab ins Zelt.



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



7. Tag Freitag: (26.07.2019)
Nach dem täglichen Badespaß gibt es zum Wachwerden Death Grind aus Tschechien von „Fleshless“. „Animae Silentes“ bieten eine gute Mischung von Shouting und Cleargesang, vor allem der Basser holt alles aus seinem Instrument heraus. „Nox Vorago“ hatten wohl das wärmste Outfit des Festivals an, weshalb die Schweden einem schon etwas leidtun konnten. Wie jeden Nachmittag, war hier ebenfalls recht wenig los, genauso wie bei „Decaying Days“, welche mit ihrem Melodic Death Doom Metal die vor der Bühne eingefundenen Zuschauer gut mitnahmen und unterhielten. Zur gleichen Zeit legten „Critical Mess“ eine sehr gute Show auf der Mainstage hin. Die Band aus Hannover, in welcher ehemalige Mitglieder von Cripper spielen, nahmen die Zuschauer gut mit. Frontfrau Britta wusste hier wie immer zu überzeugen und man sah der Band die Spielfreude förmlich an. Die Franzosen von „Svart Crown“ konnte man sich mit ihrem Blackend Death Metal sehr gut als Stimmungsmacher für den letzten Abend anhören. „Bullet“ aus Schweden konnten uns mit ihrem Heavy Metal nicht vollends überzeugen, setzten dem Gig auf dem In Flammen ein paar Wochen zuvor aber nochmal einen drauf. „Hellstar“ sagten uns mit ihrem Hard Rock schon mehr zu, die Kanadier hatten in ihrem Set ein Lied von 1988 mitgebracht. Von „Tarja“ waren wir ein klein bisschen enttäuscht, da wir sie bereits mit mehr Power auf der Bühne gesehen hatten. Nichtsdestotrotz eine super sympathische Dame, die sich auch nicht zu schade ist in der Hitze die Autogrammstunde zu verlängern, um allen Fans ein unvergessliches, kurzes Treffen zu ermöglichen. „The Ruins Of Beverast“ läuteten die letzten sechs Stunden des Festivals ein, was die Aachener mit ihrem Doom Metal ideal machten. „Korpiklaani“ waren gefühlt auch schon einmal besser und die Musik demzufolge ein wenig anstrengend. Mit dem Auftritt von Korpiklaani fing es endlich ein bisschen mit regnen an und man sah die zuckende Blitze hinter den Bergen. Jedoch kein schlimmes Unwetter, wie wir es von Tolmin kennen. Doch auf einen Schlag ging das ganze Licht der Bühne und des gesamten Festivals aus…. Stromausfall in ganz Tolmin und Kobarid. Nach fünf bis zehn Minuten war der Strom wieder da und Korpiklaani kamen sofort zurück auf die Bühne und spielten nach der Frage, ob es allen gut ginge, weiter. Das fanden wir super, wie schnell das ging. Es folgten „Dimmu Borgir“, die Symphonic Black Metaller aus Norwegen fesselten das Publikum vom ersten bis zum letzten Ton. Wer sie nicht kennt: im Januar sind sie gemeinsam mit Amorphis in Deutschland zu sehen. Der Höhepunkt für mich (Franziska) waren aber „Tiamat“. Die Stimmung war absolut einzigartig und man wurde von der Musik gepackt. Der perfekte Abschluss des Festivals. Erschöpft, aber auch etwas traurig, dass es schonwieder zu Ende war, ging es das letzte Mal zurück ins Presscamp.



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



Fazit: Wir waren dieses Jahr zum vierten Mal in Slowenien, bei diesem großartigen Festival, und können sagen, dass es tatsächlich immer ein klein bisschen besser wird. Kein anderes Festival bei uns kann mit dieser unglaublichen Natur und den vielen Outdoor-Aktivitäten, die einem angeboten werden, aufwarten . Man kann im Nationalpark wandern, den Berg mit einer Burgruine besteigen und von da aus das ganze Festivalgelände und Tolmin sehen, mit einem Ausflugsdampfer vom Nachbarort Most na Soci bis zur Beachbar der Metaldays fahren, raften gehen, Tandemsprünge wagen oder einfach nur im Fluss baden. Auch auf dem Festivalgelände gibt es zusätzliche Programmpunkte, wie Yoga und Malkurse… die wir leider in all den Jahren nicht in Anspruch genommen haben. Zum Glück haben wir die letzten Jahre schon die meisten genannten Ausflugshighlights ausprobiert, denn es war dieses Jahr zu heiß um irgendetwas anderes außer am Fluss chillen zu unternehmen.
Zu den Konzerten ist zu sagen, dass dieses Jahr die Timeslots ganz genau eingehalten wurden, was wir selten so erlebt haben (jedoch hatten wir auch keine Unwetter, bis auf den kurzen Stromausfall bei Korpiklaani). Die Newforces Stage kann eigentlich als solches gar nicht bezeichnet werden, weil es wirklich sehr gute Bands waren, die da gespielt haben. Der Ton bei allen Bühnen war immer gut (auch wenn es bei den ersten Songs manchmal Probleme gab) und es wird immer mehr dafür getan, ein grünes Festival zu sein. Der hinterlassene Müll war sehr wenig im Vergleich zu anderen Festivals und der Promoter Boban Milunovic war jeden Tag für neue Ideen offen.
Trotz der langen Anfahrt nach Slowenien, sollte man sich dieses Festival nächstes Jahr unbedingt reinziehen, da es wohl das letzte Mal an diesem Ort stattfinden kann - aufgrund einer geplanten Umgehungsstraße auf dem Festivalgelände. Natürlich wurde das erst gepostet, nachdem das Festival vorbei war und es keine Early Bird Tickets mehr zu kaufen gab- demzufolge mussten wir nun 50 Euro pro Person mehr zahlen- ich denke das wurde jedoch extra erst dann genannt… aber selbst 170 Euro für eine Woche Urlaub, geniale Konzerte und tolle Erlebnisse ist unglaublich günstig. Also lasst nächstes Jahr Wacken ausfallen und packt eurer Einhorn, Schwimmring oder Pizza-Luftmatratze und stürzt euch in die Soca Fluten. Wir sehen uns.
P.S. Es gibt gleich drei Supermärkte am Festivalgelände und so könnt ihr jeden Tag einkaufen- ihr müsst unbedingt Fizz Cider probieren^^.


 


Weitere Fotos von Marc findet ihr hier: Eastfrisia Crow Photography



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



Fotos und Text: Franziska Gaumnitz und Marc-Hendrik Freund

Zum Abschluss die offiziellen Highlights von den Metaldays 2019


Im Namen von Radio Schwarzeseele bedanken wir uns bei Marc und Franziska für ihre spontane Aushilfe als Presse Redakteure auf den MetalDays.











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