Konzertbericht: Moonsorrow in München


Es ist Februar und schon fängt das Jahr 2020 enttäuschend an. Mein geplantes Wacken Winter Nights fällt wegen den deutschlandweiten Sturmböhen aus, somit muss eine alternative her. Moonsorrow, welche an jenen Tag in München spielen, an welchen ich bereits mit meiner Freundin im hohen Norden angekommen sein sollte bieten sich dafür gut an, eine Band welche passend im Pagan Metal angesiedelt ist. Für Fans des Genres ein muss, und somit kaufe ich kurzfristig 2 Karten. Die deutschen Black Metaler Groza stehen hier ebenfalls als Vorband auf den Plan und da ich diese auch unbedingt mal erleben wollte bin ich schnell nur eine kleine Summe erleichtert. Ob sie meine Laune heben konnten, oder vielleicht sogar ein annähernden Ersatz bieten können? Schauen wir mal.

Schon vor dem ankommen schreibe ich mich mal wieder mit einigen Konzertbekanntschaften zusammen, und schon eine kurze Zeit später finde ich mich zwischen lauter bekannten Nasen und öffne das erste Bier des Abends nicht alleine. Ein vielversprechender Anfang, und als wir „The Metal Brother“ treffen, welcher ebenfalls nun im Norden sich befinden sollte wird die Stimmung schon etwas besser. Geteiltes Leid ist eben nur halbes Leid. Und wie abgesprochen genießen wir unser versprochenes gemeinsames Bier. Da kann der kurzfristig einsetzende Regen nicht einmal mehr etwas dran rütteln das wir guten Gemüts nach drinnen gehen um uns den ersten von insgesamt 2 Acts anzusehen.

Groza legen sofort los. Es ist dunkel in der kleinen Backstage Halle. Düsteres Dröhnen hallt auf uns herab und schnell kommen ein paar vermummte Gestalten auf die Bühne.
Wen nun MGLA oder UADA bekannt sind, der weis genau von was ich hier rede, und der Vergleich ist auch wirklich nicht weit hergeholt. Schon UADA muss sich oft Vorwürfe der Szene unterwerfen, eine MGLA Kopie darzustellen, und auch hier ist das leider der Fall. Doch was ist heute keine Kopie von irgendwas?
Also das wenigstens erwähnt, möchte ich es doch beiseite schieben und auf die Band selbst eingehen, den sie haben es definitiv nach den Auftritt verdient.
Ich habe nach Erzählungen große Erwartungen gehabt (was man ja nie sollte) doch sie haben mich und meine Freundin aus den Socken gerissen. Ja, zugegebener maßen sind sich die drei Bands doch ähnlich, aber jede hat auf seine eigene Weise viel zu bieten, und auch Groza haben es geschafft einfach Groza auf der Bühne zu sein, und das sehr überzeugend. Starke Double Bass ballern, und besonders schönes melodisches, ab und zu auch brachiales Riffing scheppert von der dunkel gehüllten Bühne. Die Vocals sind mehr als durchdringend und das tut der im Hintergrund ballernden Musik unglaublich gut. Schon hier verleitet die Band mich dazu mein Nacken zu foltern. Schon fast zu schnell ist der Auftritt vorbei, doch das gibt schön Zeit für ein Besuch beim Merchstand. Zwei Tshirts und ein Patch für gerade einmal 35 EUR. Zum Vergleich: Mit dieser Summe konnte ich mir bei Amon Amarth nur ein Shirt leisten.

Schon ist der Bericht länger wie ich eigentlich erwartet habe. Doch der Abend hat sich einfach gelohnt. Ich traf weitere Bekannte, und schon hat sich ein kleiner Besuch zu einer großen vergnügten Runde entwickelt, und das Publikum ist mal wieder wirklich überraschend gut! Nicht nur Bekannte werden mit eingebunden, sondern noch viele mehr, und das schafft doch für den kurzen Moment ein wirklich Festival nahes Feeling.

Und mit dieser Laune geht es schon zum Headliner des Abends: Moonsorrow.
Zweifelsohne gehört Moonsorrow zu einer meiner Favoriten wenn es um Livebands geht. Zusammen mit Primordial sah ich sie vor knapp eineindhalb Jahren als Vorband und sie haben mich komplett geflasht. Davor kannte ich sie nur etwas – leider. Doch das hat vielleicht mein ersten Eindruck noch um einiges besser gemacht.

Und auch auf diesen Konzert sollte ich bei weitem nicht enttäuscht werden. Moonsorrow kommt schon stark auf die Bühne mit dem Song „Karhunkynsi“. Der Sound ist seit langem mal wieder mehr als nur perfekt, ich fange an zu Headbangen, ich gröhle fröhlich mit und und und. Kurzum: Sie reißen mich sofort mit. Und das soll auch den gesamten Gig so bleiben. Mit nur 8 (dafür langen) Liedern ist die Setlist perfekt. Ruhige Einlagen sind nicht zu knapp, härtere Riffs, ruhige als auch laute Vocals sind dabei. Aber das sind nicht die typischen Dinge, die Moonsorrow zu so einer herausragenden Live-Band machen. Es ist die Stimmung der Band selbst. Gitarren werden herum geschwungen, Gitarristen stehen nicht einfach wie es so oft der Fall ist da und schütteln etwas die Haare, nein, neben den Backup Vocals wird hier auch von ihnen Stimmung vermittelt, Posen dargestellt wie von den großen Rock´n´Rollern und der Platz der Bühne wird ausreichend genutzt. So muss das aussehen und genau so vermittelt man eine super Stimmung. Bei der Crowd kommt es an, und obwohl die kleinere Halle gar nicht so voll ist wird es mehr als warm im Raum, und überall fetzen Haare wie Schwertklingen herum, Fäuste machen schon fast ein kampfbereiten Eindruck einer Horde Nordmänner und das Grölen und Brüllen durchdringt ein fast so wie die Musik von Moonsorrow selbst.

Als sich der Auftritt dem Ende neigt holt man sich nochmal ein letztes Bier, lässt die Haare mit einigen Kumpanen noch einmal fliegen und man verabschiedet sich mehr als zufrieden und mit sogar noch zwei weiteren Shirts vom Headliner.

Ein kleiner Nachtrag für alle, welche wegen dem abgesagten Festival zuhause bleiben mussten: Macht das beste draus, und vielleicht bietet ja auch euch Moonsorrow oder eine andere Tour eine kleine Alternative. Am Montag dann wird es dafür noch zu LINDEMANN gehen. Auf ein Bericht kann man natürlich gespannt sein.

Simon / Amarth Dagnir

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